Agandi vor Ort – Unsere Eindrücke

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Liebe Mitglieder und Freunde des Fördervereins AGANDI e.V.!

Im August 2015 habe ich die little-angels-nursery and primary-school in Nalugala (nahe Entebbe) und die von uns gesponserten 15 Waisenkinder besucht. Was ich erlebt habe, war äußerst beeindruckend und hat hinsichtlich der Freundlichkeit und Dankbarkeit der Kinder und Erwachsenen alle Erwartungen übertroffen.

Die Agandi-Gruppe an der Schule umfasst jetzt 15 Kinder. Ihr wisst, dass wir seit Januar 2015 für 12 Kinder den Aufenthalt an der Schule/ Internat bezahlen. Drei weitere Waisenkinder wurden damals von Stella Rugunda und Lillian Kakaire dazu gebracht, weil sich alle Kinder aus Ndejje kannten. Hier lebt Lilian, eine gute Seele (mit ganz wenig Geld), die sich seit über 20 Jahren um ärmste, ausgestoßene und Waisenkinder kümmert. Stella Rugunda wollte für die 3 aufkommen. Zur Zeit ist das aber für sie finanziell nicht möglich. Die Schulträger (Stewart Kyadondo, Andrew Senjovu, Rita Mande) wollten die drei Kinder jedoch nicht wieder weg schicken , so kamen wir überein, dass das Geld für die 12 Kinder durch 15 geteilt wird und alle bleiben können! Wir haben vereinbart, dass 9 Monate im Jahr das Geld an die Schule geht, 3 Monate an Lillian, weil die Ferienzeiten, in denen die Kinder bei Lillian sind, ca. 3 Monate im Jahr betragen.

Nun kenne ich die Kinder persönlich. Es war unbeschreiblich schön mit ihnen. Sie sind alle respektvoll, scheu und überangepasst, aber auch äußerst begeisterungsfähig und konzentriert. Ich wünschte, ihr könntet ihnen begegnen!!

Das Gruppenfoto entstand bei unserem Ausflug gegen Ende meines Aufenthalts. Alle waren an diesem Tag fröhlich. Sie tragen neue Sportkleidung und Schuhe, für 12 Kinder von Agandi angeschafft für 3 speziell von Ilona Wöhlk.

Aus Allem, was ich erlebt und gesehen habe, ziehen wir den Schluss, dass die einzige Möglichkeit, unsere Arbeit effektiv fortzusetzen, darin liegt, dass Einzelne von euch sich jeweils ein einzelnes Kind aussuchen, um es monatlich mit 40,00 € zu sponsern! Damit wäre der Schlafplatz bezahlt, Essen, Wasser und natürlich die Schulausbildung. Weiteres Geld, das nötig ist für Schuluniformen, Hausuniformen, Schuhe, Sportschuhe, Schuhcreme, Seife, Zahnpasta, Hefte, Schreibzeug, etc.  würde weiterhin der Verein insgesamt tragen. Aber mit den jetzigen Einkünften wird es schwer, den Kindern das zu geben, was sie dort brauchen!

Der ugandische Staat zahlt für Waisenkinder nichts. Lillian backt Brot und Kuchen und verkauft es. Damit kann sie immer einige Kinder ernähren (Maisbrei mit Bohnen). Sonst hat sie auch kein Geld. Es gibt einfach niemanden, der für die Kinder aufkommt, außer uns!

In Vertretung von Agandi kaufte ich Schuluniformen, Hausuniformen, Sportkleidung, Schul-Schuhe, Sportschuhe und Verbrauchsmaterial.

Darüber hinaus ist es ja unser Ziel, die Schule auszubauen. Das Schulgebäude ist ärmlich angelegt und ausgestattet. Unser nächstes Ziel ist der Bau von sanitären Anlagen:

  • 4 Toiletten (2x für Mädchen und 2x für Jungen)                                  
  • 2 Duschen (1x für Mädchen und 1x für Jungen)                             
  • 2 Waschbecken                                                                   
  • 1 Wassertank                                                                           

 

Mit dem Bau wurde bereits begonnen, die Finanzierung (5500 € für die Anlagen insgesamt, ca. 1000.- € für den Wassertank) ist gesichert. Dank fundraising / vielfach über betterplace (Ilona Wöhlk) haben wir das Geld auf dem Vereinskonto.

Ich habe mich intensiv mit jedem Kind beschäftigt, sein Schicksal und meine Beobachtungen auf der Seite „Die Kinder“ veröffentlicht.

Es gibt keine psychologische Betreuung für die Kinder. Aber der komplett durchstrukturierte Alltag sowie die ständige Gemeinschaft lässt die Kinder ihre schlimme Vergangenheit vergessen. Die zuständigen Erwachsenen vermeiden Gespräche über Schicksale bewusst. Diese Entscheidung ist gut nachvollziehbar, denn zur intensiven Betreuung fehlen Personal und Geld. Grundsätzlich sind alle Kinder gesund, keines ist HIV positiv. Erkältungen sind allerdings verbreitet.

An einem Samstag wurde für mich und die Eltern der anderen ca. 185 Kinder ein großes Fest gefeiert, von 10–17 Uhr!!! Die Kinder sangen, tanzten, spielten Theater, Klassenweise und Gruppenweise, den ganzen Tag, hoch konzentriert, lebendig, einfach wunderschön und unvergesslich! Unsere im Februar gesponserten Trommeln waren fast pausenlos im Einsatz, es war auch eine große Musikanlage aufgebaut. Eine sehr gute Tänzerin ist Joan. Theater spielten Allen (groß) und Paul. Unsere anderen Kinder haben mitgesungen und getanzt, Bewegungslieder aufgeführt. Die 12 Lehrer hatten Alles über Wochen mit den Kindern intensiv einstudiert. Die Schulträger haben immer wieder ihren Dank AGANDI gegenüber ausgesprochen für jede Unterstützung und besonders für die Solar-Anlage. 

Im Februar hat die Schule auch Fußballtore und net-Ball Stangen anfertigen lassen (Agandi sponsoring), die von den Kindern nachmittags sowie zum Sportunterricht auf die riesengroße Sportwiese über dem Viktoria-See getragen werden. Die Fußball-Mannschaft der little-angels-school hat im März bei einem Schulturnier den 1. Platz gemacht, auch Dank James Kitukas super-Einsatz.

Es gibt von jedem Tag, den ich dort war so viel zu erzählen… auch einen Tagesausflug der ganzen Schule habe ich mit begleitet.

Mit den 3 Ältesten habe ich einen Ausflug gemacht, mit den 15 Agandi Kindern ebenfalls. Dieser Tag war mit Allem, was wir dafür brauchten von unserem Mitglied Ilona Wöhlk gesponsert. Dazu gehörten auch noch diverse Anschaffungen auf dem Markt (Zahnpasta, Schuhcreme, Schulmaterial…).

Mit dem Bau der Toiletten wurde bereits begonnen, indem eine Grube ausgehoben wurde, aus der später Abwasser abgepumpt wird (siehe Bildmaterial).

Die Kinder übernachten in den Schlafräumen derart beengt, dass kein Stuhl oder Regal hinein passt. Ihr Kasten mit den wenigen persönlichen Habseligkeiten liegt auf dem Bett! Deshalb möchten wir für einen neuen Schlafraum, dessen Grundmauern bereits stehen, das Dach finanzieren. Das wird das nächste Bauprojekt nach den sanitären Anlagen.

Unabhängig von jeder Einzelspende ist die regelmäßige Unterstützung durch eine Mitgliedschaft im Verein bzw. die Bereitschaft zur Patenschaft für ein Kind die größte Hilfe vor Ort. Bitte kontaktiert uns, wenn Sie sich entschließen können, ein Kind mit 40.- € pro Monat persönlich zu unterstützen (natürlich gerne auch geringere oder höhere Beträge)!

Das Kind erfährt dann Ihren Namen und tritt in Kontakt zu Ihnen. Es lohnt sich, die Kinder sind so dankbar, leistungsbereit und süß. Auch Sie werden viel Freude mit ihnen haben! Bei Interesse werden auch die Zeugnisse des Kindes als Dateianhang versendet, ebenso wie alle Informationen, die Sie möchten. Das Kind kann natürlich auch besucht werden!

Viele Grüße,
Brigitte Kazooba

Berlin, August 2015