News von Brigitte Sommer 2018

moritz.kazooba@gmail.com

Liebe Freunde und Mitglieder des Vereins AGANDI e.V.,

knapp vier Wochen Uganda liegen hinter mir – schade, dass die Zeit schon wieder vorbei ist!

Die Ereignisse rund um ́s home sind vielfältig und nicht unkompliziert. Das Wichtigste: Es ist sehr schön und einladend anzusehen, wir wissen, dass die Kinder sich wohl fühlen werden. Ich habe es mit allen Kindern – nicht zeitgleich – besucht und sie können den Umzug kaum abwarten.

Die Hindernisse, die einen Umzug der Größten (Jovens school) im Juli verhindert haben sind, dass es einen im Voraus von uns wenig bedachten bürokratischen Weg gibt um den Betrieb des homes durch Agandi und unsere Partnerorganisation spa of hope/Uganda legal zu gewährleisten. Der erste Schritt ist getan: Wir trafen den local leader von Nalugala/Einzugsbereich des homes. Er hörte sich Alles an, besichtigte das home, war sehr einverstanden und forderte einen Bericht über Ziele und Arbeitsweise an – den er inzwischen bekommen hat – und leitete dann unseren Antrag weiter. Zwei weitere Stellen werden den Antrag begutachten, die letzte Instanz wird der child-care-taker (vgl. Jugendamt) des Raumes Entebbe sein. Wenn wir dieses procedere nicht durchlaufen um die offizielle Anerkennung zu erhalten, laufen wir Gefahr, dass unser home geschlossen und enteignet wird, da es in den vergangenen Jahren mehrere Fälle von Kindeshandel durch Amerikaner und Europäer (!) unter dem Deckmantel „Kinderheim“ gegeben hat. Es ist eine formale Angelegenheit, die die Wartezeit etwas verlängern wird.

Auch ist das home noch nicht komplett ausgestattet. Als ich dort war, wurde es ans Stromnetz angeschlossen. Das war sehr aufwendig mit dem Setzen eines Mastes verbunden! Es wurden im Haus alle Kabel verlegt. Es wurden Regenrinnen installiert, ein Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung wurde beantragt. Neun Doppelbetten wurden bestellt, 3 sind schon vorhanden. Zwei Betten werden jeweils in einem Raum stehen. Es fehlen noch die Sanitär-Einrichtungen, weitere Möbel und die Küchenausstattung.

Wir haben über Beziehungen eine studierte Sozialarbeiterin – Patience Sabano – aus Mittel- Uganda kennen gelernt und haben sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Sie wirkt sympathisch und kompetent. Derzeit arbeitet sie über die anglikanische Kirche in einem Familienprojekt, wo sie viel reisen muss. Unser home und die angebotene Stelle als Betreuerin für 22 Kinder gefiel ihr ausnehmend gut. In Uganda ist oft z.B. ein Lehrer für eine Klasse mit 100 (!) Kindern zuständig, eine „matron“ im Internatsbereich für mehr als 60 Kinder… Nur über die Bezahlung konnten wir uns noch nicht ganz einig werden.

In den letzten drei Monaten sind drei neue Mitglieder bei Agandi hinzugekommen – einer hat die für Paten übliche Summe von 50 € für die Bezahlung der künftigen Sozialarbeiterin übernommen. Insgesamt werden wir ca. 150 € / Monat für diese Stellung aufbringen müssen. 

Den Kindern geht es gut – viel besser als an der little-angels-school. Deshalb möchten wir auch, dass sie nach dem Umzug ins home an der St. Michaels-school verbleiben, d.h. wir müssen einen guten Preis für den täglichen Transport mit dem Schulbus aushandeln. Die fünf Kinder an der Jovens sec. School haben es einfacher, sie erreichen das home in 10 min. zu Fuß. Ab nächstem Februar werden schon neun Agandi Kinder die Jovens school besuchen. Neu sind dann: Sandra, Paul, Tendo und Ibrahim.

An beiden Schulen konnte ich im Juli am visitation day für Eltern/Angehörige teilnehmen. Lillian hat hierfür wieder viel Gutes gekocht. 

Mit sechs kleineren Kindern bin ich im lake-Viktoria Hotel schwimmen gegangen, sie erhielten dort Schwimm-Unterricht und auch für Essen wurde gesorgt. Sie waren absolut begeistert. Natasha (7), die noch vor einem Jahr ganz dünn, aphatisch und krank war, ist ein einfallsreiches, quicklebendiges Kind geworden – genauso wie David (6), unser jüngstes Kind, das als einziger noch den Kindergarten besucht und noch vor einem Jahr kein Wort englisch verstand und malte wie ein Zweijähriger, hat viel gelacht, englisch gesprochen und „Männchen“ gemalt. Er hat eine tolle Erzieherin, die sagt, dass er noch ein weiteres Jahr im Kindergarten bleiben soll um mit guten Chancen in die Schule starten zu können.

Die Erzieherin fragte auch nach Praktikanten aus Deutschland! Wer Interessierte kennt, wende sich bitte an mich. Eine solche Tätigkeit vor Ort ist eine einmalige, bereichernde Erfahrung – muss allerdings aus eigener Tasche bezahlt werden. Günstige, gute Unterkünfte kann ich vermitteln. Ganz unbedingt möchten wir natürlich auch Praktikanten einbeziehen, wenn die Kinder ins home umgezogen sind! Wer von den Paten oder anderen Mitgliedern mal mitkommen möchte, kann bei Interesse an der St. Michaels school nach Absprache ein wenig unterrichten. Ich habe „deutsch“ unterrichtet, das hat riesig Spaß gemacht, weil die Kinder und einige anwesenden Lehrer begeistert und konzentriert zuhören, nachsprechen und aufschreiben.

In den Herbstferien 2018 wird mich Samia Acimi (Patin von Joseph) nach Uganda begleiten. Wir freuen uns schon sehr darauf. 

Mit den Großen habe ich einen Moped-Taxi-Ausflug nach Entebbe gemacht. Zunächst sind wir am home vorbei gegangen. Dann sind wir mit sechs Personen auf drei Mopeds (das ist üblich) nach Entebbe zum Essen, zum Supermarkt und zum gr0ßen Samstagsmarkt gefahren. Die Kinder bekamen Bücher, benötigte Kleidung (Wäsche, Schuhe etc), Zucker, Seife, ein Bügeleisen u.a. Ein gelungener Tag, der alle begeistert hat. 

Im Agandi-Home werden wir neben der Sozialarbeiterin auch eine Köchen, einen (Nacht)Wächter und eine Putzfrau/Gärtnerin einstellen. Die Gärtnerin ist schon da – Robinah, die direkt nebenan wohnt und sich rührend um den Garten/ die Freifläche und Hausputz kümmert. Zusammen haben wir 175 kleine Heckenpflanzen an den Zaun gesetzt, hieraus soll eine dicke Hecke entstehen. Die anderen Mitarbeiter sollen auch aus der Nachbarschaft kommen, so dass eine Beziehung zum home und der Wunsch es zu schützen, entsteht. Diese Personen werden umgerechnet je 25-30 € im Monat erhalten, sowie Essen. Mrs. Sabano wird natürlich im home wohnen, in einem eigenen Zimmer. 

Wir danken noch einmal herzlich für die Einzelspenden, die den Bau des homes möglich gemacht haben.

  • Sandor Farkas                                                                       
  • Peter Saß                                                         
  • Projekt R 2                                                                                   
  • Andreas Häring                                                   
  • Welf Weinstock                                                                                                                            

Ebenso bedanken wir uns bei Steffi und Tobias Leube, die anlässlich ihrer Hochzeit im Juli 2018 Spenden für Agandi gesammelt haben.

Die Zahl unserer Vereinsmitglieder, die einen festen Monatsbeitrag spenden, ist noch sehr gering. Ziel unseres Fördervereins ist es, einen festen monatlichen Betrag für eine bessere Bezahlung der Lehrer (etwa 50.- €/ Monat/ Person) sowie für tägliches Essen für die Kinder aufzubringen (ca. 400.- €/ Monat/alle). Deshalb bitten wir Sie herzlich, den Verein durch eine jederzeit widerrufbare Mitgliedschaft mit einem selbstgewählten monatlichen Beitrag zu unterstützen.

Berlin im August 2018
Brigitte Kazooba